Einen Vertrag für die eigene Kryokonservierung zu unterschreiben, ist ein seltsamer Moment.
Auf dem Bildschirm sieht alles ganz alltäglich aus. Sie prüfen ein paar Angaben, lesen ein PDF und unterschreiben elektronisch, vielleicht auf demselben Sofa, auf dem Sie auch Ihre Versicherungsunterlagen prüfen oder einen Handyvertrag abschliessen.
Doch das Dokument soll Ihren Willen festhalten, damit er auch dann berücksichtigt wird, wenn Sie ihn selbst nicht mehr äussern können.
Genau darum geht es.
Der digitale Prozess sollte einfach sein. Eine komplizierte Benutzeroberfläche würde Ihrer Entscheidung nicht mehr Gewicht verleihen. Sie würde Ihnen nur einen weiteren Anlass geben, die Unterschrift noch sechs Monate aufzuschieben.
Auch ein einfacher Ablauf verlangt aber eine bewusste Entscheidung.
Der Vertrag macht aus «Ich möchte kryokonserviert werden» eine dokumentierte Vereinbarung. Er hält fest, wozu Tomorrow.bio befugt ist, welche Leistungen Sie gewählt haben, wie das Verfahren finanziert wird und welche Pflichten Sie selbst erfüllen müssen.
Die aktuell veröffentlichten Vertragsunterlagen von Tomorrow.bio können Sie vor der Unterschrift auf unserer Seite mit Daten und Ressourcen einsehen. Lesen Sie diese Unterlagen vor der Unterschrift sorgfältig durch.
Dafür brauchen Sie keine juristischen Fachkenntnisse.
Die Unterlagen halten Ihren Willen für den Fall fest, dass Sie ihn selbst nicht mehr äussern können.
Die Unterschrift ist nicht der entscheidende Punkt
Die aktuell veröffentlichten Vertragsunterlagen umfassen mehrere aufeinander abgestimmte Vereinbarungen, die jeweils unterschiedliche Fragen regeln.
Die Biostasis-Vereinbarung regelt das Verhältnis zwischen Ihnen und Tomorrow.bio. Sie hält die gewählte Kryokonservierungsoption, die Mitgliedschaft, die Finanzierungsanforderungen und die Bedingungen fest, unter denen Tomorrow.bio das Verfahren organisieren und durchführen kann.
Sie stellt auch ausdrücklich klar: Kryokonservierung ist experimentell. Der Vertrag verspricht keine spätere Wiederbelebung, und Tomorrow.bio kann nicht beziffern, wie wahrscheinlich es ist, dass eine solche Wiederbelebung künftig möglich sein wird.
Auf diese Unsicherheit weisen wir auch in den Aufklärungsunterlagen hin, auf deren Grundlage Sie einwilligen. Der Vertrag regelt den Versuch einer Kryokonservierung mit ungewissem Ausgang. Er beseitigt diese Unsicherheit nicht.
Die Körperspendevereinbarung mit testamentarischen Bestimmungen regelt, was nach der rechtlichen Feststellung Ihres Todes mit Ihrem Körper geschieht. In der veröffentlichten Fassung verfügen Sie, dass Ihr Körper an die Tomorrow Biostasis GmbH übergeht, und übertragen Tomorrow.bio die Totenfürsorge zum Zweck der Kryokonservierung.
Diese Bestimmungen sind für die Durchführung wesentlich. Die Erinnerung an ein Gespräch vor zehn Jahren reicht nicht aus, um ein medizinisches Team zum Handeln zu berechtigen.
Dann gibt es die Vereinbarung zur Langzeitlagerung. Sie erlaubt unter den darin festgelegten Bedingungen, Ihren kryokonservierten Körper und die für seine Langzeitlagerung vorgesehenen Mittel an die Patient Care Foundation zu übergeben.
Die Stiftung übernimmt damit die rechtliche Verantwortung für die Verwahrung Ihres Körpers und die Verwaltung der Mittel. Diese Aufgabe ist von den Aufgaben getrennt, die Tomorrow.bio organisiert: Bereitschaftsdienst, Stabilisierung, Kryoprotektion und Transport.
Die Unterlagen können zudem eine Erklärung enthalten, mit der Sie freiwillig der Entnahme kleiner Proben von Nervengewebe zur Qualitätssicherung zustimmen können. Sie sind nicht verpflichtet, dieser Entnahme zuzustimmen. Lesen Sie die verfügbaren Optionen und wählen Sie diejenige, die Ihrem Wunsch entspricht.
Diese rechtlichen Unterschiede mögen zunächst kompliziert erscheinen. Eine Frage hilft, sie zu verstehen: Wer darf und muss was tun?
Genau das muss der Vertrag beantworten.
Lesen Sie, unter welchen Voraussetzungen die Vereinbarung gilt
Viele Menschen glauben, mit der Unterschrift sei alles erledigt.
Doch weitere Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
Die aktuell veröffentlichte Vereinbarung sieht vor, dass der vertragliche Leistungsanspruch besteht, sobald die Finanzierung bestätigt und der erste Mitgliedsbeitrag eingegangen ist. Sie besagt zudem, dass der Vertrag gültig bleibt, solange der Mitgliedsbeitrag bezahlt wird, die Finanzierung besteht und der Vertrag nicht gekündigt wurde.

An anderer Stelle legt die Vereinbarung fest, dass sie für die Kryokonservierung erst gilt, wenn die Finanzierung wirksam gesichert ist, die Mittel im Bedarfsfall verfügbar sind und alle erforderlichen Dokumente unterschrieben und eingereicht wurden.
Ein unterschriebener Vertrag allein bedeutet also noch nicht, dass alle Voraussetzungen für die Kryokonservierung erfüllt sind.
Die Finanzierung kann über eine Lebensversicherung oder eine andere von Tomorrow.bio akzeptierte Methode erfolgen. Wie die Finanzierung gesichert wird, kann variieren; die Hoffnung, dass Ihre Familie das Geld schon aufbringen wird, genügt jedoch nicht als Finanzierungsnachweis.
Der Artikel zur Finanzierung erklärt, wie Sie die Finanzierung verbindlich regeln.
Die digitale Unterschrift erfüllt zudem nicht bei jeder Erklärung die vorgeschriebenen Formanforderungen.
Die veröffentlichte Vereinbarung verlangt ausdrücklich zusätzliche Unterlagen, die die Körperspende, die testamentarischen Anweisungen und die Totenfürsorge bestätigen. Je nach Situation müssen Sie diese Dokumente eigenhändig unterschreiben, Zeugen beiziehen oder eine notarielle Beglaubigung einholen.
Tomorrow.bio stellt Vorlagen bereit und teilt den Mitgliedern mit, welche zusätzlichen Dokumente benötigt werden. Sie müssen die erforderlichen Erklärungen nicht selbst formulieren.
Sie müssen aber die angeforderten Angaben liefern und die Dokumente zurücksenden.
Das klingt selbstverständlich. Oft dauert es trotz ernsthafter Absicht Monate, bis diese Unterlagen vollständig eingereicht sind.
Der Vertrag verpflichtet Sie, Tomorrow.bio zu informieren, wenn sich Ihre Adresse, Ihre Kontaktdaten, Ihre gesundheitliche Situation oder relevante Kontaktpersonen ändern. Er verpflichtet Sie zudem, Ihre Angehörigen über Ihren Wunsch zu informieren und die Personen zu benennen, die kontaktiert werden sollen.
Diese Angaben und Unterlagen werden im Notfall gebraucht.
Im Notfall muss unser Team wissen, wo Sie sich befinden und wen es erreichen kann; zudem braucht es gültige Vollmachten und Zugriff auf die vorgesehenen Mittel. Eine veraltete Adresse oder ein nicht informierter Partner können den Einsatz erschweren.
Unser Leitfaden zu wichtigen Dokumenten erklärt, welche Unterlagen auch nach der Unterzeichnung zugänglich bleiben sollten.
Dieses praktische Werkzeug nutzen
Nutzen Sie das interaktive Werkzeug, um die Frage dieses Artikels zu prüfen.
Interaktive Anwendung wird geladen …
Was der digitale Prozess Ihnen bieten sollte
Die digitale Unterschrift hat vor allem praktische Vorteile.
Sie können den Vorgang von überall aus abschliessen und Fragen rasch klären; anschliessend verfügen beide Seiten über dieselbe endgültige Vertragsfassung.
Prüfen Sie vor der Unterschrift zunächst die grundlegenden Angaben: Ihren vollständigen Namen, Ihr Geburtsdatum, Ihre Adresse, die gewählte Kryokonservierungsoption und Ihr Mitgliedschaftsmodell. Auch in einem Vertrag können Tippfehler stehen.

Lesen Sie anschliessend die Klauseln zu Finanzierung, Ihren Pflichten, Kündigung, Körperspende und den Grenzen dessen, was Tomorrow.bio zusichert.
Ist etwas unklar, fragen Sie uns. Fragen Sie lieber nach, bevor Sie etwas unterschreiben, das Sie nicht vollständig verstehen.
Wir können den Ablauf erklären, die relevanten Dokumente benennen und Ihnen zeigen, was noch fehlt. Wenn Sie wissen möchten, wie die Vereinbarung nach dem Recht Ihres Wohnsitzlandes zu beurteilen ist, benötigen Sie unter Umständen zusätzlich juristische Beratung vor Ort.
Sobald Sie unterschrieben haben, zeichnet Tomorrow.bio die Vereinbarung gegen. Bewahren Sie die endgültige, vollständige Fassung auf, nicht nur die Version, die Sie zuerst geöffnet haben.
Prüfen Sie, ob die endgültige Vertragsfassung in der Memberzone hinterlegt ist und der Vertragsstatus korrekt angezeigt wird. Ist der Status unklar oder fehlt die endgültige Fassung, kontaktieren Sie uns. Gehen Sie nicht davon aus, dass Schweigen bedeutet, alles sei erledigt.
Bewahren Sie eine weitere Kopie so auf, dass Ihre Notfallkontakte darauf zugreifen können. Online-Konten können in Vergessenheit geraten, E-Mail-Adressen können sich ändern, und nach einem Todesfall sind Passwörter unter Umständen nicht mehr auffindbar.
Diese externe Kopie ersetzt die Memberzone nicht. So können Ihre Angehörigen und Vertrauenspersonen im Notfall auch auf diesem Weg auf die nötigen Informationen zugreifen.
Die Unterzeichnung kann auch unterschiedliche Gefühle auslösen.
Mit der Unterschrift haben viele das Gefühl, ihre Entscheidung endgültig getroffen zu haben. In Gesprächen berichteten uns Mitglieder von unterschiedlichen Gefühlen nach der Unterzeichnung. Manche empfanden Erleichterung. Manche fühlten sich ruhig. Andere waren erst beruhigt, als auch die Finanzierung gesichert war und die übrigen Dokumente vollständig vorlagen.
Das ist nachvollziehbar. Mit der Unterschrift halten Sie Ihre Entscheidung verbindlich fest. Damit im Notfall gehandelt werden kann, müssen auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt sein.
Wann alles für den Notfall geregelt ist
Eine Kryokonservierungsvereinbarung sollte Ihre Wünsche so eindeutig festhalten, dass Ihre Familie sie im Trauerfall nicht erst deuten muss.
Auch muss sichergestellt sein, dass die zuständigen Personen im Notfall auf die Vereinbarung zugreifen können.
Der unterschriebene Vertrag gibt Tomorrow.bio die dokumentierte Grundlage zum Handeln. Eine unabhängige Finanzierung macht den Einsatz überhaupt möglich. Die Begleitdokumente halten Ihren Willen in der für Ihre Situation vorgeschriebenen Form fest.

Ihre Notfallkontakte sorgen überhaupt erst dafür, dass wir vom Notfall erfahren.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, müssen Sie sich nicht selbst um die Zusammenarbeit mit Bestattungsunternehmen, die Transportdokumente, die Kryoprotektion oder den internationalen Transport kümmern. Im entscheidenden Moment übernehmen Tomorrow.bio und die lokalen Partner diese Arbeit.
Ihre Aufgabe ist es, uns korrekte Angaben zu liefern, die angeforderten Dokumente zu vervollständigen, die Finanzierung aufrechtzuerhalten und Ihre Angehörigen und Vertrauenspersonen darüber zu informieren, wen sie im Notfall anrufen müssen.
Überprüfen Sie die Vereinbarung, wenn Sie ins Ausland ziehen, sich Ihre Finanzierung ändert, bei Ihnen eine schwere Erkrankung diagnostiziert wird oder andere Personen zu Ihren engsten Bezugspersonen werden. Ein vor Jahren unterschriebener Vertrag kann weiterhin gültig sein, obwohl die für seine Umsetzung nötigen Angaben längst veraltet sind.
Was nach der Unterschrift noch zu tun ist, erfahren Sie in den Beiträgen «Sicherstellen, dass Ihr Wunsch respektiert wird» und «von „vielleicht“ zu „erledigt“».
Die elektronische Signatur ist der einfachste Teil dieses Prozesses, und das ist gut so.
Die elektronische Signatur dient dazu, Ihre Entscheidung verbindlich zu dokumentieren. Mit ihr halten Sie Ihre Entscheidung fest und erteilen Tomorrow.bio die vertraglich festgelegten Befugnisse; die weiteren Vorkehrungen treffen Sie, solange Sie selbst daran mitwirken können.
Kurz gesagt: Der digitale Vertrag dokumentiert Ihre Anweisungen und legt fest, wozu Sie Tomorrow.bio ermächtigen. Alle Voraussetzungen sind erst erfüllt, wenn der Vertrag vollständig unterzeichnet ist, eine akzeptierte Finanzierung gesichert ist, die erforderlichen Begleitdokumente vorliegen und Ihre Notfallkontakte informiert sind.
Weiterlesen