Kryonik in der Schweiz
Thema 3.2

Die einsame Entscheidung

Wer sich für Kryonik entscheidet, entscheidet sich meist gegen die Mehrheit im eigenen Umfeld. Daraus entsteht eine eigene psychologische Schwierigkeit, die sich von technischen oder finanziellen Fragen deutlich unterscheidet. Die Entscheidung stösst bei der Familie womöglich auf Unverständnis, im Freundeskreis auf Spott, und sie hat schon in der Gegenwart einen sozialen Preis. Sie zwingt auch zur ehrlichen Prüfung der eigenen Motive: Flieht man vor dem Tod, oder bewegt man sich auf etwas hin? Ist das egoistisch, oder ist bereits diese Frage falsch gestellt? Hinzu kommt die unbequeme Frage nach der Kontinuität: Gelingt die Kryokonservierung, erwacht man womöglich in einer Welt, in der niemand mehr lebt, den man kannte. Dieses Thema hilft, diese Einsamkeit auszuhalten und zu klären, ob sich die Entscheidung für einen selbst treffen lässt, unabhängig von sozialer Bestätigung oder dem Trost der Mehrheitsmeinung.

Eine zutiefst persönliche EntscheidungZwei Menschen können dieselben Fakten verstehen und sich trotzdem unterschiedlich entscheiden. Die Fakten sind geteilt, der Wert einer ungewissen Zukunft bleibt persönlich.Was Angst und Hoffnung bei der Entscheidung bewirkenAngst kann zeigen, was Ihnen wichtig ist, und Hoffnung kann zeigen, was Sie sich wünschen. Beides ist kein Beweis, aber beides gehört zu einer ehrlichen Entscheidung.Ist Kryonik egoistisch?Der Wunsch, das eigene Leben zu erhalten, ist nicht automatisch egoistisch. Die ethische Frage ist, ob der Plan fair finanziert ist und alle Betroffenen respektiert.Was, wenn ich allein aufwache?Eine hypothetische Wiederbelebung könnte tiefe Einsamkeit bedeuten, aber nicht zwangsläufig völlige Verlassenheit. Für Sie persönlich stellt sich die Frage, ob ein Leben in einer fremden Welt trotzdem lebenswert sein könnte.